Drawing ‚Exposure‘ – Das Museum als Archiv / Studierende der Kunsthochschule Mainz zu Gast in der Graphischen Sammlung des Landesmuseums / Sonderausstellung ab 12. Juli 2023.

Eine junge Generation von Studierenden der Kunsthochschule Mainz näherte sich im Rahmen eines Seminars alten Kunstwerken im Landesmuseum Mainz der Generaldirektion kulturelles Erbe (GDKE), die dort teils seit vielen Jahren im Verborgenen schlummern. „Wie in den meisten Museen befinden sich auch im Mainzer Landesmuseum viele Objekte sehr lange im Depot. Das trifft besonders auf die Graphische Sammlung mit ihren lichtempfindlichen Beständen zu, von denen immer nur die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs in wechselnden Sonderausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert werden kann“ erklärt Dr. Birgit Heide, die Direktorin des Landesmuseums, die sich über die ungewöhnliche Kooperation mit der Kunsthochschule freut, vor allem über die künstlerischen Ergebnisse der Studierenden, die ab 12. Juli 2023 (bis 7. Januar 2024) in einer Sonderausstellung im Graphikkabinett des Landesmuseums zu bewundern sind.

Megan Francis Sullivan, Professorin an der Kunsthochschule Mainz, gab den am Seminar teilnehmenden Studierenden die Aufgabe, sich dem Museum als einem Archiv zu nähern, sich von diesem Archiv inspirieren, aber auch herausfordern zu lassen und die gewonnenen Rechercheergebnisse in eigenständige Arbeiten auf Papier einfließen zu lassen. Entstanden sind auf diese Weise zwanzig neue Werke, die die Auseinandersetzung einer jungen Generation von Künstlerinnen und Künstlern im Umgang mit den teilweise 500 Jahre zuvor entstanden Beständen des Museums widerspiegeln.

Wie jedes Archiv funktioniert auch das Magazin der Graphischen Sammlung nach bestimmten Ordnungskriterien, wie auch die Ausstellungsräume bestimmten Bedingungen unterliegen, die den Erhalt der Kunstwerke für die Nachwelt garantieren sollen.
„Mit diesen speziellen Prämissen des Musealen konfrontiert, ergaben sich für die Studierenden jeweils eigene Interessen und Fragestellungen“, so Professorin Megan Francis Sullivan, „die daraus hervorgegangenen Kunstwerke auf Papier spiegeln einerseits eine Erfahrung der Studierenden im Umgang mit historischen Kunstwerken. Andererseits werden in diesen neu entstandenen Werken auch neue Fragen aufgeworfen, die eine junge Generation von Kunstschaffenden an ein Museum und seine Kuratorinnen und Kuratoren richtet“. Ein Dialog der besonderen Art.

Betreut wurden die Studierenden im Landesmuseum Mainz von Dr. Maria Aresin unter Mitarbeit von Gernot Frankhäuser und Madlon Gunia, zudem von Katrin Graalmann, der Leiterin der Druckwerkstatt, Kunsthochschule Mainz, mit Unterstützung von Viviane Schür.

Die Eröffnung der Ausstellung ist am 11. Juli 2023 um 18:00 Uhr mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern, ihrer Professorin und den Verantwortlichen des Landesmuseums Mainz.

Foto: GDKE, Landesmuseum, U. Rudischer

Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51.

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